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Hildebrandt.AI

Schnittstellen

Zwanzig Jahre Daten ziehen um, ohne zu verschwinden.

Irgendwann trägt jedes Programm sein Ablaufdatum: Der Hersteller ist weg, die Wartung endet, der letzte Kollege, der es versteht, geht in Rente. Die Daten darin sind das Gedächtnis des Betriebs. Bei ihrer Übernahme wird viel versprochen, deshalb steht hier die Gegenüberstellung zuerst.

01Zugesagt und nicht zugesagt

Zugesagt: eine Übernahme mit Nachweis, gezählt und stichprobengeprüftNicht zugesagt: die stille Wundermigration. Ohne Zählung und Stichprobe ist jede Erfolgsmeldung ein Glaubenssatz.
01Zugesagt: Alte Daten bleiben lesbar, notfalls in einem Lesearchiv Nicht zugesagt: dass alles Alte ins neue System passt. Was dort keinen Platz hat, bekommt ein Archiv, aber keinen Schuhlöffel.
02Zugesagt: Bereinigung von Dubletten und Leichen mit Regelwerk Nicht zugesagt: Bereinigung ohne Entscheidungen des Betriebs. Ob zwei ähnliche Kunden einer sind, weiß nur, wer sie kennt.
03Zugesagt: ein Parallelbetrieb mit hartem Stichtag Nicht zugesagt: ein ewiger Parallelbetrieb. Zwei führende Systeme sind keines, und jeder Monat doppelt kostet doppelt.
04Zugesagt: die Aufbewahrungspflichten werden mitgedacht Nicht zugesagt: steuerliche oder rechtliche Beratung. Was aufzubewahren ist, bestätigt die Steuerberatung, umgesetzt wird es hier.

02Warum diese Grenzen

  1. 01

    Alte Daten sind selten sauber

    Zwanzig Jahre Betrieb hinterlassen Dubletten, Karteileichen und Felder, die längst anders benutzt werden als beschriftet. Eine Übernahme, die das eins zu eins kopiert, verpflanzt den Wildwuchs ins neue Beet. Deshalb gehört die Bereinigung vor die Übernahme, mit Regeln, die der Betrieb mitentscheidet.

  2. 02

    Vollständigkeit ist eine Zahl, kein Gefühl

    Nachgewiesen wird mit Zählungen je Datenart auf beiden Seiten und mit Stichproben, die ein Mensch vergleicht. Erst wenn die Zahlen stimmen und die Stichproben bestehen, gilt die Übernahme als gelungen. Alles andere ist Hoffnung mit Fortschrittsbalken.

  3. 03

    Der Stichtag schützt beide Seiten

    Ohne harten Stichtag arbeiten Teams im alten System weiter, aus Gewohnheit und aus Misstrauen, und die Stände laufen wieder auseinander. Der Stichtag mit Lesezugriff auf das Alte nimmt die Angst und beendet trotzdem die Doppelpflege.

03Was innerhalb der Grenzen entsteht

  • Eine Bestandsaufnahme: welche Daten, welche Mengen, welche Qualität.
  • Ein Regelwerk zur Bereinigung, entschieden mit dem Betrieb.
  • Die Übernahme mit Zählnachweis je Datenart und geprüften Stichproben.
  • Ein Lesearchiv für das, was nicht mitzieht, aber lesbar bleiben muss.
  • Ein Stichtagsplan mit Rückfallweg, falls der Start misslingt.
  • Eine Dokumentation, welche alte Angabe wo im neuen System wohnt.

04Woran ein Vorhaben scheitert, bevor es beginnt

  • Niemand kann sagen, was das Altsystem alles enthält. Dann ist die Bestandsaufnahme der erste eigene Auftrag.
  • Die Bereinigung soll die Technik allein erledigen. Kann sie nicht, sie kann nur vorschlagen.
  • Es gibt kein Ziel-System und keinen Entscheid dafür. Eine Migration ins Ungefähre wird teuer und endet doppelt.

Anfang eines solchen Vorhabens

Ein Vorhaben dieser Art beginnt mit einem Blick ins Altsystem und der Frage, welche Auswertungen der Betrieb heute daraus zieht, denn genau diese müssen nachher wieder möglich sein. Dazu eine erste Zählung der Datenarten und Mengen. Daraus entstehen der Übernahmeplan und der Festpreis, bevor migriert wird. Läuft der Hersteller-Support des Altsystems bald aus, bestimmt dieses Datum den Zeitplan, nicht der Wunschkalender.